26. August 2019

Wird 2016 ein schlechtes Börsenjahr?

HANKES MEINUNG | Welche Gründe dafür sprechen, jetzt Aktien zu kaufen, was gegen ein Investment spricht. So sieht der typische Verlauf aus, wenngleich niemand in die Zukunft schauen kann.

ulrich-w-hanke-boersianerinfo Die von vielen, vielen Börsenexperten prognostizierte Jahresendrally ist 2015 ausgeblieben. Der deutsche Leitindex Dax kletterte trotz Auf und anschließendem Ab auf Jahressicht dennoch beachtlich – von 9.869 auf 10.743 Punkte. Das ist ein Plus von 8,9 Prozent und liegt nahe des langfristigen Durchschnitts von rund acht Prozent. Nun sind die ersten fünf Januartage 2016 vorüber und wir sind dank China wieder zurück auf Los bei 9.849 Punkten. Und diese ersten fünf Tage verheißen weiter nichts Gutes, lassen drauf schließen, dass die Rally auch 2016 nicht nachgeholt wird. Denn, wenn es nach den typischen, saisonalen Kursmustern geht, wird 2016 mit großer Wahrscheinlichkeit ein schlechtes Börsenjahr.



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Nicht nur, weil alle Welt von steigenden Kursen ausgeht, kann es kurzfristig nicht nach oben gehen. Die ersten fünf Januartage signalisieren ebenfalls ein Börsenjahr, dass auf Jahresbasis wie die Januartage ein negatives Vorzeichen aufweisen wird. Der Indikator ist verhältnismäßig treffsicher. Beim Dax lag das Signal in 28 Fällen lediglich acht Mal falsch. Das entspricht einer Trefferquote von immerhin 71,4 Prozent (siehe Grafik unten). Alles jenseits von 66,6 Prozent ist als gut einzustufen. Vielleicht kommt es in diesem Jahr aber auch zu einem weiteren Fehlsignal. Einige Argumente sprechen dafür…

Auch wenn man es nicht mehr hören kann, am billigen Geld der Notenbanken und der Alternativlosigkeit zur Aktie ändert sich 2016 nichts. Dass es etwas volatiler wird, die Kurse stärker schwanken, scheint schon in Stein gemeißelt. Jetzt zieht also China alle anderen Aktienmärkte herunter. Der chinesische Aktienmarkt ist hoch spekulativ. Zehn Prozent des Streubesitzes in China sind mit Krediten finanziert. In den Industriestaaten wie den USA beträgt der Wert normalerweise weniger als zwei Prozent. Die teils unerfahrenen chinesischen Anleger sind große Zocker. Das sollte uns aber eher kalt lassen. Nutzen Sie jetzt doch Einstiegsgelegenheiten. Nach Aktien aus Europa und Japan, könnte nun die Stunde der Value-Titel kommen. Zumindest ideologisch spielt es für Value-Investoren ja keine Rolle, ob 2016 ein gutes oder ein schlechtes Börsenjahr wird. Ich hoffe natürlich auf ein gutes Jahr, bin aber kein Hellseher, sondern ein seriöser Finanzexperte, der Ihnen nicht die Zukunft voraussagen kann. Meiden Sie Ratgeber, die anderes behaupten. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse. Ihr

Ulrich W. Hanke

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SAISONALITÄT | Wer sich in den vergangenen zehn Jahren an den ersten fünf Tagen im Januar orientiert hat, der hat nur ein einziges Mal so richtig falsch gelegen – nämlich 2011. Da signalisierte das saisonale Kursmuster für das Gesamtjahr steigende Kurse, dass dann aber 14,7 Prozent Verlust bescherrte. 2014 lag das Signal zwar auch falsch, aber das fiel nicht so stark ins Gewicht. Es gilt in 71,4 Prozent der Fälle: So wie die ersten fünf Tage im Januar laufen, so fällt das ganze Jahr aus. Das verheißt für 2016 nichts Gutes. Vielleicht wird 2016 wie 2008. Wer damals richtig handelte, der setze beim Dax ein Minus von 40,4 Prozent aus oder spekulierte gar auf fallende Kurse.


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Foto: red; Grafik: red

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