22. Oktober 2020

Wenn Indexfonds nicht dem Index folgen



FONDS-CHECK | Anleger können sich mit einem ETF auf den Euro Stoxx Select Dividend 30 eine Menge Arbeit ersparen oder einfach ihr Depot anreichern. ETF ist aber nicht gleich ETF und erst recht nicht gleich Index. Das Produkt von Comstage im Fonds-Fakten-Check…

Vergrößernomstage-Euro-Stoxx-Select-Dividend-30-ETFAktien mit hoher Dividendenrendite entwickeln sich besser, als der gesamte Aktienmarkt. Das ist Anlegern hinlänglich bekannt. Wer sich jedoch nicht die Mühe machen will, diese Aktien herauszufiltern, der greift zu einem der mittlerweile etablierten Dividenden-Indizes. Die Dividendenstars beispielsweise des Dax bildet der DivDax ab. Er setzt sich aus der besseren Hälfte der 30 Dax-Werte zusammen. Weniger bekannt ist vielleicht der Euro Stoxx Select Dividend 30. Der Index hat den Vorteil, das er das Risiko bereiter streut – auf 30 Positionen aus dem Euroraum. Darunter befinden sich natürlich auch eine Reihe deutscher Aktien wie aktuell Allianz, BASF, Bilfinger, Daimler, Deutsche Post, E.On, Hannover Rück, Münchener Rück und Südzucker. Acht französische, vier finnische, je drei italiensiche und niederländische enthält der Index aber auch (alle Komponenten siehe: www.stoxx.com).

Sucht man nun nach guten börsengehandelten Indexfonds, sogenannten ETFs (Exchange Traded Funds), tauchen die Produkte zum Euro Stoxx Select Dividend 30 ganz oben in der Liste der Aktien-ETFs auf. Der beste ETF der vergangenen zwölf Monate war der von Comstage (ISIN: LU0378434236). Er erzielte 9,76 Prozent. Der beste Indexfonds? Ja, es gibt bessere und schlechtere, denn auch wenn ein ETF per Definition einen Index eins zu eins nachbildet, kann es zu erheblichen Abweichungen bei der Wertentwicklung kommen (Tracking-Error). Das liegt an der Art der Zusammensetzung, der Währung, der Liquidität, der Volatilität und auch an der Art der Nachbildung (voll-replizierend mit Aktien oder synthetischen mit Derivaten). Es kann sogar sein, dass ein ETF besser als der Index abschneidet, wenn nämlich das Fondsmanagement die Aktien während der Haltedauer gegen eine Gebühr verleiht. Dann erzielt der Fonds Einnahmen. Entscheidend sind neben der Performance aber wie immer die Gebühren beziehungsweise Kosten des Fonds.

Das Comstage-Produkt kommt mit jährlichen Kosten von 0,25 Prozent daher. Ein vergleichbarer ETF von iShares kostet 0,31 Prozent im Jahr, Deka will eine Gebühr von 0,30 Prozent wie auch die Deutsche-Bank-Tochter db trackers. Das sind keine allzu großen Unterschiede, doch die Wertentwicklung der ETFs in einem Jahr variiert da schon deutlich stärker – um 1,15 Prozent.

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