22. Oktober 2020

Verlässt Platin den Baissemodus?



ROHSTOFFE | Warum der Platinpreis kurz- bis mittelfristig steigen und sogar Gold deutlich überflügeln könnte…

Platin-Barren

Spannender als Gold ist zurzeit Platin. Das Edelmetall war lange Zeit doppelt so teuer, wie Gold und schickt sich jetzt zumindest an, eine Parität zu erreichen. Die Commdity-Research-Abteilung der LBBW aus Stuttgart hat denn auch einige Punkte ausgemacht, die dafür sorgen könnten, dass Platin bald aus seinem Baissemodus herauskommt und zu alter Stärke zurückkehrt. Die verschiedenen Zahlen zum Platinmarkt von Johnson Matthey, Thomson Reuters GFMS und dem World Platinum Investment Council dokumentieren unisono für die vergangenen Jahre eine immense Angebotslücke, die bislang nur durch Lagerbestände geschlossen werden konnte. Nun könnten jedoch die Lager leer sein und das Angebot knapp werden.

In Südafrika, wo am meisten und weltweit fast exklusiv Platin im Boden steckt, könnte nämlich bald der Strom ausgehen, den die Minen zur Förderung benötigen. Gemäß des südafrikanischen Statistikamts wurde im Januar 2015 den neunten Monat in Folge weniger Strom in das Netz eingespeist als im jeweiligen Vorjahresmonat. „Der staatliche Energieversorger Eskom ist offenbar nicht in der Lage, seine maroden Erzeugungskapazitäten in Betrieb zu halten“, sagt denn auch Thorsten Proettel, Investmentanalyst bei der LBBW. Linderung dürfe erst die Inbetriebnahme neuer Kraftwerke bringen, die für Mitte 2016 geplant sei. Schon in der Vergangenheit – insbesondere 2008 – sorgten Stromausfälle für einen Produktionsstillstand in den südafrikanischen Platinminen, wie es übrigens auch Streiks tun, die dort häufiger vorkommen. Das LBBW-Research rechnet mit einem Platinpreis von 1.300 Dollar Ende 2015.

Platin-LBBW

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