16. Juli 2019

Ruhig schlafen mit geringeren Kursschwankungen

HANKES MEINUNG | Das Auf und Ab an der Börse gehört dazu. Die Börse ist keine Einbahnstraße. Doch wer ruhiger schlafen will, der achtet auf Aktien, deren Kurse nicht so stark schwanken.

boersianer-info-ulrich-w-hanke-chefredakteur Ich verfolge mit der boersianer.info-Low-Volatility-Strategie einen solchen Ansatz zum ruhigen Schlafen. Dabei mache ich mir die sogenannte Volatilitätsanomalie zunutze. Unter Volatilität versteht man die Schwankungsbreite der Kurse. Manch ein Investor setzt die Volatilität auch mit dem Begriff Risiko gleich. Der Vergleich hinkt zwar, aber ist zur Erklärung ganz in meinem Sinne. Denn normalerweise müsste ein höheres Risiko womöglich mit einer höheren Rendite einhergehen oder anders ausgedrückt, belohnt werden. Doch oft ist das Gegenteil der Fall – die Anomalie. Aktien, die eine geringe Volatilität haben, das Auf und Ab an der Börse nur in begrenztem Umfang mitmachen, schneiden oft besser ab, als alle anderen. Insbesondere in allgemeinen Abwärtsphasen funktioniert die Strategie gut – sie hat sich in der Finanzkrise bewährt.

Warum die Anomalie auftritt, kann niemand genau sagen. Erklärungsversuche existieren eine ganze Reihe. So ist das Phänomen kaum bekannt und wird deshalb nicht beachtet, ist eine Erklärung. In Aufschwung-Phasen ist die Volatilität schnell vergessen, eine andere. Mir am logischsten erscheint der Gedanke, dass die Mehrheit der Anleger nicht rational handelt. Und so erwarten sie von den hochvolatilen Aktien eine höhere Rendite, greifen lieber zu diesen und meiden die ruhigen Papiere.

Wichtig ist, sich nicht allein auf die Volatilität zu verlassen. Andere fundamentale Kriterien wie etwa ein niedriges Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) sollten immer auch eine Rolle spielen. Ich betrachte übrigens die Volatilität der vergangenen 250 Tage und nicht wie üblich die von nur 30 Tagen. Wenig schwankende Aktien gelten oft als langweilig und genau mit dieser Langeweile ist man langfristig an der Börse erfolgreich. Vielleicht kennen Sie den VDax. Der Volatilitäts-Dax wird nicht ohne Grund auch Angstbarometer genannt. Mit der boersianer.info-Low-Volatility-Strategie brauchen Sie aber keine Angst vor der Achterbahnfahrt an der Börse mehr zu haben.

Ihr Ulrich W. Hanke


TOP 10 AUS DEM DAX

Aktie Volatilität (%)
Münchener Rück 20,3
SAP 24,0
Beiersdorf 24,9
Henkel (Vz.) 26,2
Siemens 26,3
Allianz 26,6
Adidas 27,1
ProSieben Sat1 27,3
Deutsche Post 27,3
Deutsche Börse 28,0

Stand: 6.5.2016 (Schlusskurse); Volatilität: 250 Tage

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*