20. Oktober 2021

Zweite Welle: Erweitert die EZB das Pandemie-Kaufprogramm?

PRESSEMITTEILUNG

GASTKOMMENTAR

Von Philip Gisdakis, Chefanlagestratege HypoVereinsbank Wealth Management & Private Banking.

Auch wenn wir eine sich aufbauende zweite Welle unter Kontrolle bekommen, werden wichtige Herausforderungen bleiben. Anleger sollten daher wachsam, aber auch pro-aktiv sein. Panik war noch nie ein guter Ratgeber. Verglichen mit den dramatischen Entwicklungen im März und April erscheinen die heutigen Herausforderungen überschaubar. Längerfristig orientierte Investoren sollten angesichts der vielversprechenden Aussichten auf wachstumsfördernde Maßnahmen Rückschläge an den Kapitalmärkten nutzen, um (wieder) in die Märkte einzusteigen.

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Die Anzeichen einer globalen Erholung im Zuge der Wiederöffnung der Volkswirtschaften verdichten sich. Die beeindruckende Unterstützung durch Zentralbanken und die Finanzpolitik, das zunehmende Vertrauen in die Covid-19-Impfstoffentwicklung sowie das Potenzial, weitere Ausbrüche besser managen zu können, stützen derzeit risikobehafte Anlagen. Wir bleiben daher bei risikobehafteten Anlagen weiterhin konstruktiv. Da das skizzierte Umfeld bereits voll eingepreist ist, beobachten wir einige Schlüsselereignisse genau, um unsere Allokation besser „monitoren“ und feiner abstimmen zu können. Was das Anleihenportfolio betrifft, rechnen wir damit, dass Staatsanleihen der Peripherieländer durch den Recovery Fund und die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) weiter­hin gut unterstützt bleiben. Euro Investment Grade (IG)-Unternehmensanleihen werden durch die Käufe der EZB (sowohl durch das traditionelle (CSPP) als auch das Pandemiekaufprogramm (PEPP)) und durch die Carry Trades der Investoren stark unterstützt. Wir erwarten eine weitere Aufstockung des PEPP um 250 bis 500 Milliarden Euro, die bis Jahresende angekündigt werden dürfte. Schon jetzt hat sich die EZB zum Kauf von Anleihen im Umfang von 1,35 Billionen Euro bis Mitte nächsten Jahres verpflichtet, mit Reinvestitionen bis mindestens Ende 2022. Obwohl die europäischen Kreditspreads recht eng erscheinen, dürften unserer Meinung nach durch die starke Unterstützung der die EZB, die geringere Hebelwirkung und Volatilität sowie das Fehlen von Währungsrisiken Euro-Unternehmensanleihen („investment grade“) eine interessante Investmentoption sein, natürlich unter Beachtung zu Grunde liegender Risiken.

Pressemitteilung vom 14.09.2020

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