25. Mai 2019

Guten Morgen – Unser neues Briefing

BRIEFING | Guten Morgen. Was beschäftigt die Medien und die Märkte? Dieser Frage will ich an dieser Stelle nun regelmäßig nachgehen.

ulrich-w-hanke-boersianer-infoWir sind gerade vom Börsentag Hamburg zurück, den Studenten der Hansestadt am vergangenen Samstag nunmehr in der 20. Auflage organisiert haben. Zieht man die Besucherzahl der Anlegermesse als Indikator heran, dann geht es wahrscheinlich weiter nach oben mit den Aktienkursen. Die Börsenampel der Studenten steht zwar momentan auf rot, unsere Börsenampel dagegen immerhin auf 2:1 für steigende Märkte.



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An der Börse ist die Restaurantkette Vapiano (noch) nicht, doch der Gammel-Pasta-Skandal erschüttert mich besonders, gab es doch einmal eine Zeit, in der ich gerne meine Mittagspause bei dem italienischen Fastfood-Anbieter verbracht habe. Wie weitreichend die Folgen für das Unternehmen sind, kann man jetzt noch nicht abschätzen. Und das gilt auch immer noch für Volkswagen nach dem Abgas-Skandal. Das nächste Krisentreffen gibt es am 9. November in Wolfsburg. Ursprünglich sollte an dem Tag eine außerordentliche Hauptversammlung stattfinden, die aber wieder abgesagt wurde. So schnell ist der Skandal dann von Seiten VW doch nicht aufgearbeitet.

Wilfried Eckl-Dorna, ein Ex-Kollege von mir bei der WirtschaftsWoche und heute beim Manager Magazin, hat eine Studie ausgegraben, in der Forscher des renommierten MIT vorrechnen, dass VW bis Ende 2016 rund 60 Tote durch Abgas auf dem Gewissen haben soll. Da kann also noch so einiges in den USA auf den Dax-Konzern zukommen. Der ADAC hat unterdessen Abgastests angekündigt. Das Thema wird uns auf jeden Fall noch lange beschäftigen.

Positive Nachrichten gibt es dagegen von einem anderen Staatskonzern, der Commerzbank. Das Kreditinstitut macht mehr Gewinn als gedacht und will einen Teil davon sogar an die arg gebeutelten Aktionäre ausschütten. Martin Blessing, noch bis Oktober 2016 Vorstandschef, plant eine Dividende von 20 Cent je Aktie nach jahrelanger Abstinenz. Derweil hat die Deutsche Bank unter neuem Chef John Cryan ihre Dividende für zwei Jahre gestrichen, entlässt Mitarbeiter, drückt die Kosten und versucht, sich gesund zu schrumpfen. Beide Aktien müssen Anleger nun wirklich nicht im Depot haben.

Von der makroökonomischen Front gibt es zwei Neuigkeiten. Der Einkaufsmanagerindex Caixin meldet einen weiteren Rückgang, allerdings verlangsamt sich das Tempo des Rückgangs in China. In Deutschland sind dagegen weniger als 2,7 Millionen Arbeitslose registriert – ein alter Rekord aus dem Jahr 1991.

Noch eine persönliche Randnotiz zu Apple. Sie wissen, ich bin ein Fan der Apple-Produkte, aber nicht unbedingt der Aktie und der Geschäftsstrategie der Kultmarke. In Hamburg hatte ich die Gelegenheit mich im Apple-Store umzuschauen. Meine Anzeigenleiterin wollte ein anderes Armband für ihre Apple-Watch. Kostenpunkt für ein einfaches Armband, das dazu weder hochwertig erschien, noch modisch: 290 Euro. Nur für das Armband! Das kann doch nicht funktionieren, oder? Amazon rudert übrigens zurück, man passe die Preise für Produkte täglich häufiger an, aber Apple-Nutzer würden nicht mehr bezahlen als PC-Nutzer. Ein schwacher Trost für jemanden, der nur einfach ein anderes, schickes Original-Armband für seine Uhr möchte.

Diese Woche besonderes Augenmerk schenken wir Beiersdorf, BMW, Vonovia (alle Dienstag), Adidas, Deutsche Telekom, HeidelbergCement (alle Donnerstag) und Allianz (Freitag), die allesamt Zahlen bringen. Der Markt dürfte gleich etwas wacher eröffnen (X-Dax bei 10.742 Punkten, nach einem Dax-Schlussstand von 10.850 Punkten am Freitag).

Ihr Ulrich W. Hanke


Zur boersianer.info-Ausgabe #42 geht’s hier:
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Foto: red

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