20. September 2021

Guten-Morgen-Briefing: Aus für den 500-Euro-Schein

BRIEFING

BRIEFING | Guten Morgen. Was beschäftigt die Märkte, die Medien und mich? Dieser Frage will ich an dieser Stelle regelmäßig nachgehen.

boersenexperte-ulrich-w-hanke-boersianer-info Die Meisten von uns haben den lila 500-Euro-Schein vermutlich noch nie oder nur wenige Male in den Händen gehalten. Ende 2018 will ihn die Europäische Zentralbank abschaffen, wie die Notenbank der Gemeinschaftswährung gestern bekanntgab. Es geht um den Kampf gegen Geldwäsche und Kriminalität, Drogen und Terror. Und um nichts anderes! Hier mal zehn Fakten zum 500er, vom Londoner Fintech Ebury recherchiert.

1) Ende des Jahres 2015 waren genau 613.559.542 500 Euro-Scheine im Umlauf. Dies entspricht einem Wert von 306.779.771.000 Euro. Laut EZB ist somit nur der 200 Euro-Schein noch seltener im Umlauf.
2) Im März 2016 waren es nur noch 594.417.006 Scheine, fast 20 Millionen Scheine wurden bereits still und heimlich von der Zentralbank eingezogen.
3) In Spanien wird der 500er „Bin Laden“ genannt: Alle wissen, dass der Schein existiert – aber fast niemand hat ihn je gesehen.
4) Der Hauptgrund für die Abschaffung des Scheins sind seine Nutzer. Besonders bei Geldwäsche oder im Drogenhandel ist der Fünfhunderter beliebt, denn es sind keine riesigen Geldkoffer von Nöten, um Gelder zu transferieren. Viele Geschäfte akzeptieren ihn nicht einmal.
5) Die Produktion eines Scheins mit dem Wert von 500 Euro kostet acht Cent.
6) Im Jahr 2002 wurde der Euro in Bargeldumlauf gebracht, seit 2013 werden nach und nach die Scheine durch neue, fälschungssichere Banknoten ersetzt. 50, 100, 200 und 500 sind von dieser Neuerung bis jetzt ausgenommen. Bei Letzterem erübrigt sich nun der Aufwand.
7) Im April 2010 stoppten englische Wechselstuben die Ausgabe von 500 Euro-Scheinen. 90 Prozent aller 500er-Noten in England sollen sich im Besitz der organisierten Kriminalität befinden.
8) Die meisten 500 Euro-Scheine befinden sich in Spanien. Angeblich ein Viertel der Scheine im Umlauf soll in dem südeuropäischen Land zirkulieren – und das obwohl Spanien nur 9,26 Prozent des BIP der Euro-Zone verantwortet.
9) Mit den Maßen 160 x 82 Millimeter ist er der größte Schein. Genau wie auf den anderen Euro-Noten ist auf ihm ein Architekturstil abgebildet und unter anderem mit den Sicherheitsmerkmalen Wasserzeichen, Hologramm und Stichtiefdruck ausgestattet. Ein Schein wiegt 1,12 Gramm – würde man einen Koffer mit tausend Scheinen im Wert von einer halben Million Euro mit sich herumtragen, würde der Inhalt gerade mal etwas mehr als ein Kilo wiegen.
10) Im günstigsten Fall wird die Abschaffung des Scheins rund eine halbe Milliarde Euro kosten. Den Hauptteil wird die Produktion neuer, kleinerer Scheine wie Hunderter und Zweihunderter ausmachen, um den Wert der Fünfhunderter zu decken.

Am heutigen Feiertag sind einige Börsen geschlossen. Es gibt Zahlen von Repsol, Merck & Co. (USA), Alibaba, Activision Blizzard, GoPro, Pirelli und nachbörslich von News Corp. Zur Hauptversammlung treffen sich die Aktionäre von Rolls-Royce und Rio Tinto.

Einen schönen Vatertag, wünscht Ihnen

Ihr Ulrich W. Hanke



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Foto: red

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