19. Juni 2019

Guten-Morgen-Briefing, 6.11.2015: Interpretation der 1,5

BRIEFING | Guten Morgen. Was beschäftigt die Märkte, die Medien und mich? Dieser Frage will ich an dieser Stelle regelmäßig nachgehen.

ulrich-w-hanke-boersianer-info 1,5 Millionen Wohnung sollen in Deutschland leer stehen, schreibt das ZDF (Foto unten). Und suggeriert damit natürlich – ob nun absichtlich oder unabsichtlich – 1,5 Millionen Wohnung stünden für Flüchtlinge bereit. Die Zahl mag nicht falsch sein, das ZDF also keine Lügenpresse. Doch ein gewisser Leerstand ist ganz normal und vor allem auch nötig, sonst könnte niemand von uns mehr umziehen. Sauber argumentiert sieht irgendwie anders aus.

Die 1,5 kenne ich aber noch aus einem anderen Zusammenhang. Denn der deutsche Leitindex Dax schwankt pro Tag von Hoch bis Tief oder umgekehrt (nicht von Eröffnungs- bis Schlusskurs) im Schnitt um 1,5 Prozent. Das wissen leider nur wenige meiner Kollegen oder rufen es sich offenbar nicht in Erinnerung, wenn sie bei einer Veränderung von 1,5 Prozent von einer Rally oder einem Crash am Aktienmarkt schreiben. Lügenpresse wäre zu viel des Guten, ich spreche lieber von unsauberer Recherche oder eben vom Journalismus, der nicht das Prädikat Qualitätsjournalismus verdient. Soweit meine persönliche Note.



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Heute gilt es für Börsianer besonderes Augenmerk auf die Arbeitsmarktdaten aus den USA zu werfen. Fallen diese schlecht aus, steigen die Chancen, dass die US-Notenbank Fed die Zinswende im Dezember erneut verschiebt. Die Bank of England wollte unterdessen wohl nicht die erste sein und hat gestern auf eine Zinserhöhung verzichtet.

Während Brüssel und die EZB vor Wachstumsrisiken für die Eurozone warnen, schreibt unser Kolumnist Robert Halver: „Der Euro ist die stärkste Schwachwährung der Welt!“

Von der Unternehmensseite her beschäftigen uns natürlich weiterhin VW, wie auch die Lufthansa, deren Flugbegleiter heute ab 12 Uhr streiken wollen. Der US-Unterhaltungsriese Walt Disney präsentierte indes gute Zahlen und steigert den Gewinn um sieben Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar im abgelaufenen Quartal.

Und in Sachen Apple kursiert nun erstmals eine Verkaufszahl zur Apple-Watch. Sieben Millionen Uhren stehen da im Raum. Das wäre eine Zahl, die deutlich unter den Hoffnungen mancher Wall-Street-Beobachter liegt, mir aber doch so hoch erscheint, dass Apple dies eigentlich als Erfolg verbuchen könnte. Wohlgemerkt, wir sprechen hier von einem Produkt, dessen Akku keine Leistung hat, das nur in 10-Meter-Reichweite des iPhone funktioniert, dessen Armbänder fast so teuer wie die Uhr selbst sind und über ein Produkt, das eigentlich niemand braucht. Klar ist zudem auch, das Weihnachtsgeschäft wird nicht leichter, drängen doch noch andere Smartwatch-Anbieter auf den Markt.

Der Dax steht vorbörslich aktuell bei 10.892 Punkten und damit 0,06 Prozent im Plus.

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Ihr Ulrich W. Hanke


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Foto: red (2)

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