22. Oktober 2020

Guten-Morgen-Briefing, 30.11.2015: Gelddrucken 2.0

BRIEFING | Guten Morgen. Was beschäftigt die Märkte, die Medien und mich? Dieser Frage will ich an dieser Stelle regelmäßig nachgehen.

ulrich-w-hanke-boersianer-info Wenn der Rat der Europäischen Zentralbank an diesem Donnerstag um 9 Uhr in Frankfurt zusammentrifft, bis etwa 13:45 Uhr berät und EZB-Präsident Mario Draghi danach, um 14:30 Uhr vor die Presse tritt, könnte eine Aufstockung des Programms zum Kauf von Staatsanleihen ein Resultat sein. Die meisten Volkswirte und Anlagestrategen halten dies für sehr wahrscheinlich. Den Geschäftsbanken könnten auch höhere Strafzinsen für die Einlagen bei der EZB drohen.

EZB-Ziel ist eine Inflation von zwei Prozent. Aktuell liegt die Preissteigerungsrate jedoch bei 0,1 Prozent – nicht ganz unschuldig daran ist der günstige Ölpreis. Angst hat man bei den Zentralbankern aber nicht vor der schwarzen Null, sondern vor roten Zahlen, vor Deflation. Dann, wenn niemand mehr Geld ausgibt, weil es einen Monat später noch billiger ist.



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So einig sich alle Mann außerhalb der EZB zu sein scheinen, so einig sind sie sich auch darüber, dass die Wirkung der Medizin namens Gelddrucken mit immer mehr Geld nachlässt. Nebenwirkungen sind übrigens Preisblasen bei Immobilien und an den Aktienmärkten… Und die EZB muss offenbar agieren, des Agierens wegen. Das dürfte den Euro weiter schwächen.

Noch 16 Mal schlafen und dann geht die US-Notenbank Fed vielleicht einen anderen Weg als die EZB und erhöht den Leitzins erstmals seit 2008. Die Erhöhung dürfte aber gering ausfallen und die Aktienmärkte deshalb nur kurz aufschrecken. Aktien bleiben alternativlos.

In Sachen Währungen tritt heute aber noch ein ganz anderer Player auf die Weltbühne. Die chinesische Währung Renminbi soll heute nach Dollar, Euro, Pfund und Yen als fünfte Leitwährung vom Internationalen Währungsfonds (IWF) anerkannt werden.

Keine Überraschung ist dann noch folgende Meldung: Hausbesitzer kaufen wieder mehr Ölheizungen. Grund ist aber nicht ausschließlich der niedrige Ölpreis, sondern viele Ölkessel sind einfach in die Jahre gekommen und müssen – unabhängig vom Ölpreis – ausgetauscht werden.

Der Ölpreis liegt aktuell bei 44,64 US-Dollar je Barrel (Sorte Brent), eine Feinunze Gold ist im Moment 1.057 Dollar wert. Der Nikkei schloss mit 19.748 Punkten (-0,68 Prozent). Der X-Dax steht leicht im Minus bei 11.276 Punkten. Eine erfolgreiche Börsenwoche, wünscht Ihnen

Ihr Ulrich W. Hanke


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Foto: red

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