29. Oktober 2020

Guten-Morgen-Briefing, 14.1.2016: Glauben Sie nicht alles

BRIEFING | Guten Morgen. Was beschäftigt die Märkte, die Medien und mich? Dieser Frage will ich an dieser Stelle regelmäßig nachgehen.

ulrich-w-hanke-boersianerinfo Keine Frage, für Länder wie die Türkei oder auch Tunesien und Ägypten ist der Terror wirtschaftlich ein Todesstoß. Denn bleiben die Touristen aus, bleibt nicht viel. Für die Börse hat der jüngste Anschlag in Istanbul, bei dem zehn Deutsche ums Leben kamen, so tragisch er ist, wie auch die Anschläge in Paris vor kurzem, aber keine großen Auswirkungen.

Eine Kollegin der Süddeutschen Zeitung lässt in ihrem Artikel zum Reiseland Türkei eine Sprecherin von Öger Tours zu Wort kommen (siehe Screenshot unten). Zwei Anschläge in Istanbul im Dezember zuvor seien nicht ins Bewusstsein deutscher Touristen vorgedrungen, heißt es da. Die Reisejournalistin zitiert die Sprecherin wie folgt: „Es gab danach keine Kundenanfragen.“ Dumm nur, dass ich aus erster Hand von einer Kundenanfrage weiß – nämlich der meiner Frau. Glauben Sie nicht alles, was in der (Süddeutschen) Zeitung steht.



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Da wird heute wahrscheinlich auch zu lesen sein, dass der BGH versteckte Riester-Klauseln gekippt hat. Denn bei der Allianz wird jeder zweite Riester-Versicherte nicht an Kostenüberschüssen beteiligt. Spart die Versicherung bei den Verwaltungskosten gibt es also eine Zweiklassengesellschaft. Das bleibt allerdings auch nach dem BGH-Urteil so. Doch die Allianz muss ihre Klauseln immerhin ändern, besser darüber aufklären. Es geht dabei eher ums Prinzip, denn oft sind nur Cent-Beträge im Spiel. Wenige Cent, vereinzelt weniger als 90 Cent kostet mittlerweile auch der Diesel an der Tankstelle – dem niedrigen Ölpreis sei Dank.

Für Kursbewegungen an den Aktienmärkten könnten die Umsatzzahlen von Lindt & Sprüngli, Richemont, Alstom und Beiersdorf heute sorgen. In den USA melden JPMorgan Chase und Intel (nach Börsenschluss) Quartalszahlen. Und in Berlin wird das BIP für Deutschland für 2015 bekanntgegeben, während in Großbritannien alle Börsianer auf die Zinsentscheidung der Bank of England warten (voraussichtlich 13 Uhr).

Der Nikkei schloss mit 17.240,95 Punkten (-2,67 Prozent). Der X-Dax notiert bei 9.858,70 Punkten.

Ihr Ulrich W. Hanke


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screenshot-sz-tuerkei

Foto: red

3 Kommentare zu Guten-Morgen-Briefing, 14.1.2016: Glauben Sie nicht alles

  1. Post von der SZ-Redakteurin: “Die Pressesprecherin hat sich bereits bei mir gemeldet, offenbar ist die Anfrage Ihrer Frau bis zu ihr nicht vorgedrungen. Sie wollte mit Ihnen Kontakt aufnehmen. Halten Sie mich doch bitte auf dem Laufenden.”

  2. Bisher hat sich niemand von Öger Tours bei mir gemeldet. Und im Online-Artikel der SZ ist immer noch die falsche Aussage vorhanden.

  3. Eben kam Post von Öger Tours: “Vielen Dank für Ihren Hinweis. Mein Stand an dem Tag des Anrufs war, dass wir keine Anfragen im Zusammenhang mit dem Anschlag von 1. Dezember in der Istanbuler U-Bahn erhalten hatten. Wir hatten uns zuvor die Anrufdaten für Istanbul rückblickend für sechs Monate geben lassen. Leider wurden die Daten offenbar falsch eingelesen. Tatsächlich sind in Summe vier Anrufe zum Anschlag eingegangen, wie wir durch eine erneute Prüfung gestern erfahren haben. Wir bitten Sie und die Kollegen von der SZ daher die falsche Information zu entschuldigen.”

    Am SZ-Artikel geändert ist bisher nichts.

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