19. September 2019

Folge dem Trend

MOMENTUM-TITEL | Welche Aktien strotzen nach der jüngsten Kurskorrektur immer noch vor Relativer Stärke?

48-trendfolge-momentum In seinem Bestseller »What Works on Wall Street« (deutscher Titel »Die besten Anlagestrategien aller Zeiten«) bringt es James P. O’Shaughnessy auf den Punkt. Dort heißt es sinngemäß: Die Relative Stärke ist die einzige Methode, die an der Börse dauerhaft Erfolg verspricht, man muss sie aufgrund ihres Risikos nur mit anderen (fundamentalen) Methoden kombinieren. Unser extrem erfolgreiches Momentum-Musterdepot untermauert die Aussage eindrucksvoll.

Um was geht es? Aktien, die in den vergangenen sechs Monaten im Aufwärtstrend lagen, werden das – so die Theorie – auch in Zukunft tun. Getreu dem Motto: Der Trend ist dein Freund. Nach den jüngsten Kursrückgängen haben wir uns auf die Suche nach Aktien gemacht, die noch eine gewisse Stärke besitzen und solchen, die Sie auf jeden Fall verkaufen sollten.



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Ein Blick auf den Dax verdeutlicht: Nur sechs der 30 Aktien aus dem deutschen Leitindex notieren im Moment über ihrem Durchschnittskurs der vergangenen 26 Wochen. Zwei davon nur ganz knapp. So bleiben: Adidas, Infineon, Lufthansa und SAP. Diese könnten für Momentum-Investoren interessant sein, vorausgesetzt, sie sind auch fundamental und im Branchenvergleich günstig bewertet. Die Adidas-Aktie wirft zwar keine große Dividendenrendite ab (1,6 Prozent), gemessen am Umsatz ist sie aber nicht zu teuer. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) liegt bei 1,3. Da Adidas mit einem deutlichen Plus sowohl bei Umsatz, als auch Gewinn rechnet, ist sogar noch mehr Luft nach oben drin, als derzeit kalkulierbar. Das Geschäft in China läuft prächtig und jetzt kommt auch noch die Fußball-EM in Frankreich. Auch die erfolgreiche Suche nach einem neuen Vorstandschef, den man mit Kasper Rorsted gefunden hat, ist eine gute Nachricht (siehe Börsenticker). Aktuell notiert die Adidas-Aktie bei 91,28 Euro. Kursziel ist 105 Euro.

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Die Lufthansa-Aktie empfahlen wir bereits in der vergangenen Ausgabe #48 (siehe auch hier). Dort machten wir auch auf die Insider-Transaktionen bei SAP aufmerksam. Mehr zur SAP-Aktie, die mit einem KUV von 5,0 selbst für einen Technologiewert und Marktführer sehr teuer ist, im Check. Bleibt von dem Quartett noch Infineon. Der Halbleiterproduzent ist eher fair bewertet, als ein Schnäppchen. Auch hier würden wird lieber die Finger von der Aktie lassen. Insbesondere die Eigenkapitalrendite ist mit 11,9 Prozent enttäuschend. Auf oder nahe ihres Neun-Monats-Tiefs rangieren die Aktien von Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Post, Bayer, BASF, BMW, K+S, Linde und ThyssenKrupp. Von diesen sollten Sie sich trennen.

48-boersenwissen-rsl-rsi Ein Blick auf die Leitindizes der deutschen Nachbarländer wie dem ATX und dem SMI fördern fast keine relativ starken Aktien zu Tage. Im österreichischen Index notiert nur Conwert Immobilien Invest über 100, im SMI sind es immerhin fünf Werte. SGS und Geberit haben beide eine Relative Stärke nach Levy (RSL) von mehr als 106. Die Aktie von Geberit ist gemessen am Umsatz allerdings extrem teuer. So liegt das KUV bei 6,2. Die Aktie der SGS (Société Générale de Surveillance) ist dagegen einen Blick wert. Der Schweizer Warenprüfkonzern erzielt fast die Hälfte seines Umsatzes in den Sparten Öl, Gas und Chemie, Minerals und Industrie. Wenngleich die Margen hoch, sind die Umsätze gesunken. Wenn der Ölpreis anzieht, sollte das Gesamtergebnis von SGS davon auch profitieren. Die Aktie ist ein klassischer Kandidat für die Watchlist.

Unter der Top Ten des Dow Jones sticht vor allem McDonald’s hervor. Die Aktie hat eine RSL von 111,0. Aber ob die Aktie auch günstig ist? Das KUV liegt bei 4,1. Das ist normalerweise ein Verkaufsargument. Doch McDonald’s Marktstellung rechtfertigt eine höhere Bewertung, vorausgesetzt, 4,1 ist im Verhältnis zum Zehn-Jahresdurchschnitt attraktiv. Der Mittelwert liegt allerdings bei 3,06. Die Aktie ist also kein Kauf. Wie sich Verizon schlägt, lesen Sie bitte im Aktien-Check. Für Trendfolger einen Blick wert sind darüber hinaus noch Microsoft, Nokia und Orange.

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Zur boersianer.info-Ausgabe #48 geht’s hier:
Kostenloser Download (pdf)
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Foto/Grafik: red

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