3. März 2021

Erfolg ist weiblich und norddeutsch

UNTERSUCHUNG | Wer hätte das gedacht… Hier überraschende und eher typische Ergebnisse der aktuellen Privatanlegerstudie der Direktbank ING-DiBa.

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Mit Studien ist das so eine Sache. Oft belegen sie Altbekanntes, manchmal fördern sie auch Überraschendes zu Tage. Repräsentativ sollten sie auf jeden Fall sein, um überhaupt Aussagekraft zu besitzen. Interpretationsspielraum bieten sie allemal. Jetzt hat die Direktbank ING-DiBa nicht etwa Privatanleger befragt, sondern deren Wertpapierdepots ausgewertet. Ausgewertet wurde die durchschnittliche Rendite nach Provision von rund 584.000 anonymisierten Wertpapierdepotkunden innerhalb von zwölf Monaten (August 2014 bis August 2015).

Das Ergebnis: Die erfolgreichsten Anleger in Deutschland sind weiblich, 76 Jahre oder älter und wohnen in Hamburg. „Hamburger Seniorinnen sind die erfolgreichsten Privatanleger in Deutschland“, heißt denn auch die Schlagzeile zur Studie. Die Hanseaten erzielten eine Durchschnittsrendite von 6,3 Prozent, die Berliner 5,8 Prozent und Bremer 5,6 Prozent. Auf dem letzten Platz landeten die Deutschen mit Wohnsitz in Rheinland-Pfalz (3,4 Prozent).


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Der deutsche Leitindex Dax schloss Ende August bei 10.259,46 Punkten und notierte ein Jahr zuvor bei 9.483,42. Das sind 8,2 Prozent Rendite und damit deutlich mehr als die Privatanleger erreichten (allerdings vor Gebühren, etwa für einen Indexfonds). Im Durchschnitt erzielte ein Kunde der ING-Diba 4,8 Prozent. Das zeigt, wer passiv investiert und dem Markt etwa über ETFs eins zu eins folgt, der schneidet schon einmal besser ab, als die Mehrheit und der Durchschnitt.

Wer besonnen investiert, ist ebenfalls besser dran. Frauen waren mit 5,8 Prozent Rendite besser als Männer mit 4,1 Prozent. Auch das ist keine Überraschung. Männer haben – das ist bekannt – eher eine Zocker-Mentalität bei der Geldanlage.

Und jetzt kommt die Überraschung: Ältere Privatanleger, 76 Jahre und älter, erzielten mit 6,5 Prozent die mit Abstand höchste durchschnittliche Rendite. Danach – und das ist jetzt eine faustdicke Überraschung – folgen die Minderjährigen, 17 Jahre und jünger, mit 5,8 Prozent. Unsere Jugend kann also sehr wohl mit Geld umgehen.

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