24. Juli 2021

»Bei Aktien bestehen 2016 erhebliche Risiken«

GASTKOMMENTAR | Patrick Hussy, Geschäftsführer von Sentix Asset Management, erklärt im Gastkommentar, warum 2016 Risikomanagement zur Königsdisziplin wird.

hussy-patrick-sentix-am Auch im Jahr sieben nach Lehman (15. September 2008) hat die Finanzwelt noch immer nicht zur Normalität zurückgefunden. Die Notenbanken haben die Märkte mit Liquidität vollgepumpt und die Anleger reagieren auf die Nullzinspolitik mit Orientierungslosigkeit. In den vergangenen Jahren wurden Probleme und Risiken, insbesondere die von Aktien, ausgeblendet und Aktien gelten inzwischen weitgehend als alternativlos. Entsprechend gehen die so konditionierten Anleger – sowohl die privaten wie auch die institutionellen – für 2016 von einem deutlichen Anstieg des deutschen Leitindex Dax aus.

Auf der anderen Seite haben die Risiken für die Finanzmärkte – wie Währungsturbulenzen, schwache Wirtschaftsdaten, wachsende Risiken bei Unternehmen und höhere Leitzinsen in USA – enorm zugenommen. Die Parallelen zur Internetmanie im Jahr 2000 werden immer deutlicher. Erste Vorboten für Kurseinbrüche an den Aktienmärkten waren in den vergangenen Wochen bereits zu sehen. Und im nächsten Jahr droht die Lage an den Finanzmärkten leicht außer Kontrolle zu geraten. Auch wenn vielen Anleger ein effektives Risikomanagement derzeit entbehrlich erscheint, war es nie sinnvoller als jetzt!



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2016 dürfte kaufen und liegenlassen nicht mehr funktionieren. Die Lösung sind Total-Return-Strategien, deren Performance allerdings durch den fehlenden Geldmarktzins belastet wird. Auch Sentix Asset Management fährt eine solche Strategie und schneidet mit dem Sentix Fonds 1 überdurchschnittlich ab. Doch ist natürlich bei Nullzinsen die Performance solch einer weitgehend sicheren Strategie niedriger als in einer Hochzinsphase.

Größere Rückschläge drohen 2016 insbesondere für den Dax. Durch Skandale wie bei Volkswagen oder immer neuen Hiobsbotschaften der Deutschen Bank wurde das Image deutscher Unternehmen stark ramponiert. Zudem könnten steigende Arbeitslosigkeit und ein Gerangel um Unterstützungsleistungen die politische Diskussion prägen und die Konsumneigung negativ beeinflussen. Spätestens bei einem Dax-Stand unter 9.500 Punkten dürfte der Verkaufsdruck massiv werden. Das Abwärtspotenzial im Dax reicht dann bis an die 8.000-Punkte-Marke.

Hingegen dürfte 2016 die Krisenwährung Gold von steigenden Inflationserwartungen profitieren. Nach einer finalen Bodenbildung erwarten wir hier ein fulminantes Comeback, das im Maximum bis zu 1.500 US-Dollar je Feinunze reichen könnte.

Patrick Hussy ist Geschäftsführer und Fondsmanager von Sentix Asset Management. Zuvor war er als Senior-Portfoliomanager bei der Deka Investment tätig. Der studierte Bankbetriebswirt (BA) und CEFA-Investmentanalyst greift auf mehr als 15 Jahre Wertpapiererfahrung im Privatkundensegment, im Spezialfondsmanagement sowie als Researchspezialist Behavioral Finance zurück.


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Foto: Sentix AM

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