21. Oktober 2020

Bankaktien für Value-Investor attraktiv



PRESSETERMIN | boersianer.info traf sich mit F&C-Fondsmanager David Moss, der − wie sich herausstellte − ähnliche Favoriten aus dem Finanzsektor hat, wie wir…

Fonds-David-Moss-F&C-Intesa-Sanpaolo

Es ist warm. David Moss fragt höflich, ob er sein Jacket ablegen darf. Der Fondsmanager von F&C Investments ist gerade erst im Büro der PR-Agentur Ergo im Frankfurter Bahnhofsviertel angekommen, will aber keine Zeit verlieren. Unsere erste Frage an den Briten muss der Wahl auf der Insel gelten. Moss: „Positiv ist, dass es einen klaren Gewinner gibt.“ Die Tories, die konservative Partei um Premier David Cameron sei zudem eine wirtschaftsfreundliche Partei. Auf der anderen Seite steht das Referendum zum EU-Austritt. Das war’s. Mehr zur Makroökonomie kann und will Moss nicht sagen. Er ist ein klassischer Stockpicker. Und im Gegensatz zu anderen Fondsmanagern redet der Brite auch eifrig über einzelne Titel.

Unter seinen Favoriten und den zehn größten Positionen seines Fonds F&C European Equity (ISIN: LU0153358667) sind mit Intesa Sanpaolo, ING und Allianz auch gleich mal drei der vier der boersianer.info-Favoriten aus dem EuroStoxx 50 (siehe Ausgabe #25). Britische Titel hat er untergewichtet, wenngleich dies Zufall ist, wie auch, dass das meiste Geld des kleinen Fonds mit rund 30 Millionen Euro Vermögen in Schweizer Aktien (etwa Novartis, Roche, UBS) steckt. Moss könnte durch die Größe seines Fonds eigentlich problemlos in Nebenwerte investieren, dennoch mehr als die Hälfte des Fondsvolumens steckt in sehr großen Unternehmen. Aktuell sind in dem konzentrierten Portfolio 45 Titel.

Moss sucht Qualitätsunternehmen mit dauerhaftem Erfolg. So ein Titel sei das Dax-Unternehmen SAP, an dessen Software kaum ein anderes Unternehmen vorbeikommt – auch langfristig, und dessen Margen hoch sind. Auch das Reifengeschäft von Continental sei ein Geschäftsmodell nach dem Geschmack von Moss. Hat er ein solches Unternehmen gefunden, muss noch der Preis stimmen. „Wenn sie eine Aktie günstig bekommen, dann ist das Risiko gering, dass ihre Kunden Geld verlieren“, sagt der Value-Investor. Ein gutes Beispiel sei das italienische Kreditinstitut Intesa Sanpaolo. „Die Aktie haben wir zum halben Buchwert gekauft. Wenn wir da falsch liegen sollten, würden wir nicht viel Geld verlieren“, sagt Moss. Das gilt auch für den MDax-Wert Aareal Bank. Gerade Bankaktien seien unbeliebt und deshalb für Value-Investoren interessant. Die Investmentphilosophie scheint aufzugehen. Der Fonds mit einem Alpha von 4,4, einem Beta von 0,9 und einer jährlichen Performance von rund 22 Prozent in den vergangenen 36 Monaten kann sich sehen lassen. boersianer.info-Rating: 5 Sterne.

Weitere Meinungen, Anlageempfehlungen und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Ausgabe von boersianer.info.


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