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Anthony Doyle: »Wir gehen von mindestens zwei weiteren Zinserhöhungen aus«

GASTKOMMENTAR

GASTKOMMENTAR | Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Ein kurzer Kommentar von Anthony Doyle, Investment Director im Fixed-Interest-Team bei M&G Investments.

Von Anthony Doyle, M&G Investments

Es hat funktioniert: Die Vertreter der Fed haben in einer gemeinsamen Aktion den Markt auf die heutige Erhöhung der US-Leitzinsen um 25 Basispunkte vorbereitet, und dieser hat die Entscheidung vollständig vorweggenommen. So hat der Offenmarktausschuss der amerikanischen Notenbank (FOMC) beschlossen, dass höhere Zinsen für die Wirtschaft nötig sind, da sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter anspannt und Inflationsdruck aufbaut. Der Anstieg der Kerninflation auf 2,7 Prozent im Februar – den höchsten Wert seit fünf Jahren – gibt der Fed Anlass zur Sorge. Ihr Anliegen ist es, die Inflationserwartungen stabil zu halten. Notenbank-Chefin Janet Yellen stellte kürzlich in einer Rede fest, dass sich der Prozess weg von einer lockeren Geldpolitik wohl nicht so langsam wie in den vergangenen Jahren vollziehen werde. Daher gehen wir von mindestens zwei weiteren Zinserhöhungen aus. Je nach Ausmaß der von der US-Regierung angekündigten fiskalischen Anreize sind selbst drei Zinsschritte bis zum Jahresende möglich.

Neben der Stärke der US-Konjunktur zeigt sich auch die Weltwirtschaft in guter Verfassung. Sowohl China als auch Europa sind auf dem Wachstumskurs, so dass sich die globale Wachstumsrate nach dem Rückgang auf 3,0 Prozent 2016 in diesem Jahr beschleunigen könnte. Wir erwarten daher, dass die Zahlungsausfallraten von Unternehmen weltweit niedrig bleiben und ein günstiges Umfeld für risikobehaftete Anlagen, wie Unternehmensanleihen aus dem Investment Grade- und High Yield-Bereich, bieten. In Europa einschließlich Großbritannien sowie Japan dürften zudem die Leitzinsen niedrig bleiben und den Abstand zu den US-Zinsen erhöhen, so dass der Dollar dadurch gegenüber den übrigen Leitwährungen weiter gestärkt werden könnte. Aber es gibt auch Risiken für die Weltwirtschaft: Allen voran sollten Anleger auf die politischen Entwicklungen in Europa, einen grundlegenden Wandel der US-Handelspolitik oder eine Verzögerung bei der Steuerreform und dem Konjunkturprogramm in den USA achten.

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